Volksbank schaut ihren Kunden lieber in die Augen

Gespräch von Mensch zu Mensch vor Digitalisierung

Wechsel im Aufsichtsrat der Volksbank Ostlippe: Für die aus Altersgründen ausgeschiedene Evelyn Mikliss (2.v.r.) rückte Tanja Schmidtmeier nach. Erste Gratulanten waren die beiden Vorstandsmitglieder Achim Bress (r.) und Hans-Jürgen Necker (Vorsitzender).

Blomberg (eph). Die anhaltenden Niedrigzinsen und die zunehmende Bürokratisierung (Regulatorik) des Bankgeschäfts haben das Geschäftsjahr 2016 der Volksbank Ostlippe geprägt. Auch wenn die Erträge dadurch unter Druck geraten sind – eine Fusion mit einer Nachbarbank ist für die heimische Kreditgenossenschaft mit 31 Mitarbeitern kein Thema. „Vorstand und Aufsichtsrat kämpfen weiter dafür, dass die Bank selbständig bleiben kann“, meinte Vorstandsvorsitzender Hans-Jürgen Necker auf der Vertreterversammlung.

Zu ihrer jährlichen Zusammenkunft hatten sich die Mitgliedervertreter letztmalig unter der Leitung der Aufsichtsratsvorsitzenden Evelyn Mikliss in der Blomberger Volksbank versammelt. Mit Ablauf der Versammlung ging für Mikliss eine zwölfjährige Amtszeit zu Ende, da eine Wiederwahl aus Altersgründen nicht in Betracht kam. Für die ausgeschiedene Rechtsanwältin wählten die Vertreter/innen die Steuerberaterin Tanja Schmidtmeier neu in das Kontrollgremium. Die Nachfolge von Evelyn Mikliss als Aufsichtsratsvorsitzende hat nach einstimmiger Wahl Frank Brinkmeier übernommen.

Über Verlauf und Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres hatte den Mitgliedern des „Bankparlaments“ zuvor Vorstandsvorsitzender Hans-Jürgen Necker berichtet.
Das Jahr 2016 sei auch wegen einer routinemäßigen Sonderprüfung durch das Bundesaufsichtsamt kein leichtes Jahr für die Volksbank Ostlippe gewesen. Dennoch zeigte sich der Bankleiter insgesamt zufrieden mit der Entwicklung der Kundengeschäfte. So erhöhte sich die Bilanzsumme überplanmäßig um 3,5 Prozent auf 179,7 Millionen Euro. Wachstumstreiber waren die Kundeneinlagen, die um 3,6 Prozent auf 139 Millionen Euro stiegen. Necker wertete dies als Ausdruck des Vertrauens der Sparer in die Sicherheit und Stabilität der Bank. Bei den Ausleihungen an Kunden lag das Wachstum bei 0,7 Prozent auf 46,6 Millionen Euro. Zufrieden äußerte sich der Bankleiter zur Ertragslage.

Einmal mehr hat die Volksbank Ostlippe ihre Anteilseigner am Geschäftserfolg beteiligt. Durch Beschluss der Vertreterversammlung erhalten die 5.764 Mitglieder – darunter 115 neue Teilhaber – eine Dividende von 7,0 Prozent auf ihre gezeichneten Geschäftsanteile. Der Rest vom Gewinn fließt über die Rücklagen in das Eigenkapital, das damit auf 32,6 Millionen Euro oder stolze 18 Prozent der Bilanzsumme steigt, wie Vorstandsmitglied Achim Bress mitteilte.

Mit ihrer Eigenkapitalausstattung fühlt sich die Bank gerüstet für die stark gestiegenen Herausforderungen. Neben Niedrigzins und Regulatorik ist es die fortschreitende Digitalisierung, die die Bank beschäftigt. Auch wenn die Volksbank Ostlippe ihre digitalen Angebote ausweitet, steht für Hans-Jürgen Necker fest: „Das persönliche Gespräch von Mensch zu Mensch wird die moderne Technik nicht ersetzen.“ Necker: „Wir schauen unseren Kunden auch künftig lieber in die Augen als auf den Bildschirm.“